Tagesgeld von Vater Staat
Ab Juli können Anleger beim Bund nun auch in eine Tagesgeldanleihe investieren, die sich durchaus mit den Tagesgeld Angeboten vieler Banken messen kann. Anlegen kann man in diese Tagesgeldanleihe direkt und kostenfrei über die Finanzagentur, was unter www.tagesanleihe.de auch online möglich ist.
Die Höhe der Tagesgeld Zinsen richtet sich bei dieser Anlage am Eonia, dem Zins für Tagesgeld, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Jedoch wird seitens des Bundes nicht der volle Eonia angeboten, sondern ein von der Höhe des Zinses abhängiger Teil. Liegt der Eonia bei unter zwei Prozent, so werden zur Berechnung des Tagesgeld Zinses 0,15 Prozentpunkte abgezogen. Bei einem Eonia von 1,80% würde sich also ein Tagesgeld Zins von 1,65% ergeben. Liegt der Eonia zwischen zwei und sechs Prozent, so werden 92,5% des Eonia weitergegeben. Bei einem Eonia von über sechs Prozent werden 0,45 Prozentpunkte abgezogen. Bei einem derzeitigen Eonia von rund vier Prozent ergibt dies eine Verzinsung von rund 3,70% p.a. für diese Tagesgeldanleihe.
Die Einführung dieser neuen Form der Bundesanleihen ist jedoch in manchen Kreisen umstritten, denn zum einen ist der Anteil privater Gelder in Bundesanleihen sehr gering und auch eine Zunahme durch dieses neue Produkt erscheint vielen den Aufwand nicht wert, zum anderen begibt sich der Bund damit in einen direkten Wettbewerb mit Tagesgeld anbietenden Banken. Der Bundesverband deutscher Banken sieht dieses jedoch gelassen und sieht die Banken mit ihren Tagesgeld Angeboten gut aufgestellt im ohnehin starken Wettbewerb, schließlich locken immer mehr Banken gerade Neukunden mit Tagesgeld Zinsen von teilweise fünf Prozent und mehr.
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