EZB-Leitzinsen steigen auf 4,25 Prozent

3. Juli 2008 - 19:22 Uhr

EZB LeitzinsenAufgrund der Äußerungen seitens EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gingen Experten bereits seit Tagen von einer Leitzinserhöhung um 0,25 Prozent auf 4,25 Prozent aus, heute machte die EZB diese Vermutung wahr. Um 13:45 Uhr wurde die Meldung verkündet und sorgte sogleich für ein Aufatmen an den Märkten, denn einige Investoren waren sogar von einer Erhöhung der Leitzinsen von 50 Basispunkten ausgegangen. Dass es nun aber doch „nur“ 25 Basispunkte wurden hatte einige überrascht. Auch die 45 Minuten später erfolgte Pressekonferenz sorgte bei Anlegern, die auf weitere Zinsschritte gesetzt hatten, für Ernüchterung. Auf dieser Pressekonferenz schloss Jean-Claude Trichet zwar weitere Zinserhöhungen nicht kategorisch aus, verbreitete aber dennoch eher die Meinung, dass es zumindest in den Monaten Juli und August zu keinen weiteren Anpassungen kommen wird.

Bereits für diesen Zinsschritt musste der EZB-Präsident schon im Vorfeld von vielen Stellen Kritik einstecken, da sowohl verschiedene Politiker als auch Gewerkschaften eine Zinserhöhung als Fehler und Gefahr für die ohnehin schwächelnde Wirtschaft in Europa ansehen. Tatsächlich befindet sich die EZB in einer Zwickmühle. Die aktuell hohe Inflationsrate von vier Prozent ist in erster Linie auf steigende Kosten für Energie und Nahrungsmittel zurückzuführen, auf diese Preise hat eines solche Leitzinserhöhung jedoch kaum bis gar keinen Einfluss. Auf der anderen Seite steigt die Sorge um die sich eintrübende Konjunktur, welche durch eine Zinserhöhung weiter abnehmen könnte. Um die Preissteigerung in absehbarer Zeit deutlich einzuschränken wären noch deutlich höhere Leitzinsen nötig, dies würde Europa aber mit großer Wahrscheinlichkeit in eine Rezession führen.

Letztendlich hat Jean-Claude Trichet wahrscheinlich genau die richtige Entscheidung getroffen. Durch die Leitzinserhöhung zeigt die EZB unmissverständlich worin sie ihre wichtigste Aufgabe sieht und dass sie auch gewillt ist die nötigen Schritte einzuleiten. Auf der anderen Seite wurden die Märkte durch den relativen geringen Aufschlag von 25 Basispunkten und den Äußerungen seitens des EZB-Präsidenten beruhigt – bleibt nun abzuwarten wie sich die Preise in den nächsten Monaten entwickeln werden.



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