Nachtstromtarife: Preisspanne immens

4. Juli 2008 - 21:58 Uhr

Stromkosten einsparenNachtstromtarife sind in Zeiten steigender Preise für Energie eine beliebte Variante zur Entlastung des privaten Budgets. Das Prinzip ist einfach: Durch die in der Nacht geringere Kapazitätsauslastung der Stromkraftwerke ist es für die Versorger besonders kostengünstig, Strom in der so genannten Nebenzeit zu liefern. Einen Teil des Kostenvorteils geben die Anbieter an ihre Kunden weiter – sofern diese sich explizit für einen der Nachtstromtarife entscheiden.

Die Preisspanne, auf die Interessenten bei der Suche nach einem günstigen Anbieter stoßen ist dabei immens. Ein Einpersonenhaushalt in München, der einen jährlichen Stromverbrauch in Höhe von 1700 Kilowattstunden verzeichnet und bei dem dieser ausschließlich auf die Nebenzeit entfällt, zahlt beim günstigsten Anbieter, den Stadtwerken München, im Tarif Grundversorgung S EZ 304,88 im Jahr. Bei Yellow Strom, einem besonders aggressiv mit günstigen Preisen werbenden Anbieter, sind für dieselbe Menge Strom 448,17 Euro fällig – ein Aufschlag von satten 47 Prozent.

Die beiden Tarife unterscheiden sich nicht wesentlich voneinander, die sechs Monate länger andauernde Preisgarantie von Yellow gegenüber der SWM rechtfertigt die Preisspanne keinesfalls.

Nachtstromtarife unterscheiden sich damit im Hinblick auf gewöhnliche Stromversorgungsvarianten kaum; auch bei Ökostrom sind derartige Aufschläge zu beobachten. Angesichts der explodierenden Gewinne der deutschen Stromkonzerne und dem behutsamen Vorgehen der Kartellbehörden drängt sich der Verdacht einer eher großzügig gestalteten Preiskalkulation der Versorger auf.

Verbraucher sind gut beraten, den Wettbewerb in Schwung zu bringen und zu den günstigsten Anbietern zu wechseln. Bei der Suche nach dem für den eigenen Wohnort günstigsten Versorger stehen zahlreiche Vergleichsrechner im Internet zur Verfügung. Um einen umfassenden Eindruck der Angebote zu erhalten, empfiehlt sich die Nutzung verschiedener Angebote, da nur so wirklich alle Anbieter in Betracht gezogen werden können.



Weitere News:
  • Verbraucherzentrale fordert Stromspartarif
  • Kredite: Preisspanne enorm
  • Flex-Strom mit günstigstem Single-Tarif
  • Eprimo günstigster Stromanbieter
  • BGH: Versorger müssen ihre Preiskalkulation nicht offenlegen
  • Gas wird billiger, Strom teurer
  • Weiter steigende Gaspreise
  • Sinken Energiepreise im nächsten Jahr?
  • Weitere Gaspreiserhöhungen drohen
  • Congstar Simkarte wieder mit 10 Euro Startguthaben


  • Versorger News

    Kommentar schreiben

    Bitte beachten: Die Kommentar Moderation ist aktiviert und kann dazu führen dass Ihr Kommentar nicht sofort erscheint.