Bürgergas will Versorgern Beine machen
Es tut sich was auf dem deutschen Gas-Markt: Der im Main-Kinzig-Kreis ansässige Anbieter Bürgergas hat es sich zum Ziel gesetzt, den Markt in der Bundesrepublik von hinten aufzurollen. Das Unternehmen unter der Leitung von Geschäftsführer Dr. Tillmann Haar wirbt damit, dass Kunden mit einem Wechsel zu Bürgergas bis zu 365 Euro im Jahr sparen können.
Das innovative Unternehmen, das bislang erst einige Tausend Haushalte im Main-Kinzig-Kreis beliefert, bezieht Gas direkt von Produzenten – ohne Umweg über einen der deutschen Großkonzerne. Der Vorteil: Die sonst übliche Ölpreisbindung entfällt, wodurch sich deutlich günstigere Konditionen erzielen lassen. Jüngst erfolgte die erste Expansion in die Liefergebiete Kassel, Bad Hersfeld und Göttingen.
Die Unternehmensleitung hat es sich zum Ziel gesetzt, laufend neue Liefergebiete zu erschließen und verspricht sich dadurch insbesondere für die Kunden weitere Vorteile: Mit einer größeren Abnahmemenge lassen sich nach Ansicht Haar´s günstigere Preise erzielen, die dann an den Kunden weitergereicht werden können.
Nachteile haben Kunden durch einen Wechsel zu Bürgergas nach Unternehmensangaben nicht: Die dauerhafte Versorgung ist den Informationen auf der Internetseite des Unternehmens zufolge ebenso gesichert wie die Behebung technischer Probleme.
Der Gaspreis ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen; weitere Preiserhöhungen von bis zu zwanzig Prozent werden in Kürze laut zahlreichen Anbietern folgen. Die Gasversorger rechtfertigen die Entwicklung mit der Ölpreisbindung des Gases, die auf Jahrzehnte alte Verträge mit den Produzenten zurückgeht. Verbraucherschützer monieren seit geraumer Zeit einen mangelhaften Wettbewerbsdruck in der Branche; ähnliche Töne erklingen regelmäßig von den Kartellbehörden.
Bürgergas ist die erste private Initiative zur Öffnung der verkrusteten Strukturen; es bleibt zu hoffen dass sie erfolgreich ist.
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