Weitere Gaspreiserhöhungen drohen

14. Juli 2008 - 14:00 Uhr

Gaskunden können auch in Zukunft nicht auf eine Entspannung der Energiepreise hoffen. Beinahe 100 Versorger kündigten Erhöhungen der Vergütung für die nächsten Monate an; im Durchschnitt werden die Zusatzbelastungen für Endverbraucher um rund 10 Prozent zulegen.

Die Politik reagiert auf den immensen Anstieg der Preise in den zurückliegenden Monaten und Jahren und diskutiert Entlastungen für die Bürger. Insbesondere Haushalten mit geringem Einkommen soll bei der Bewältigung der Preislawine geholfen werden. Einige Abgeordnete schlagen daher vor, durch eine Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke in Kombination mit einer Verpflichtung der Energieversorger zur Einführung von Sozialtarifen Einkommensschwache zu unterstützen.

Gasherd mit BürgergasFinanzminister Peer Steinbrück hingegen sieht einen Zuschuss zu den Energiekosten für Haushalte mit einem nicht ausreichenden Einkommen als die effizienteste Variante an und verspricht sich dadurch mehr soziale Gerechtigkeit.

Grund für den neuerlichen Preisschub ist einmal mehr die anhaltend starke Entwicklung an den Märkten für fossile Brennstoffe, insbesondere dem Rohölmarkt. Seit Jahrzehnten existiert eine Bindung des Gases- an den Ölpreis. Die Vereinbarung wurde seinerzeit unter nicht vergleichbaren Rahmenbedingungen zwischen Produzenten und Versorgern geschlossen und stößt immer häufiger auf Kritik.

Preiserhöhungen bei Öl und Gas wirken sich für die Privathaushalte wie eine zusätzliche Steuer aus und belasten das Budget und damit die wirtschaftliche Aktivität. Experten warnen, dass die deutsche Wirtschaft, die fossile Brennstoffe in der Summe importiert, bei weiter steigenden Preisen in ernste Schwierigkeiten geraten könnte.

Verbraucher können der Erhöhung der Preise durch ihren Versorger widersprechen und hoffen, dass sich die Verbraucherschützer mit ihren derzeit in der Schwebe befindlichen Prozessen gegen die Unternehmen durchsetzen. Ein Widerspruch muss schriftlich eingelegt werden; der Teil der Rechnung, der mit den Preisanstiegen nicht in Verbindung steht, muss bezahlt werden.



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