EZB senkt Leitzins – Tagesgeldkonditionen bleiben gut
Die Europäische Zentralbank hat angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten im Rahmen einer konzertierten Aktion den Leitzins der Eurozone um 50 Basispunkte auf nun nur noch 3,75 Prozent gesenkt. Ein solcher Schritt war bereits seit Wochen von zahlreichen Experten empfohlen, von der Notenbank aber strikt abgelehnt worden. Ebenfalls gesenkt wurden die Zinsen in den USA, in Großbritannien sowie in vier weiteren Währungsräumen.
Experten gehen davon aus, dass sich die Konditionen für Sparer auf Tages- und Festgeldkonten nicht verschlechter werden. Laufende Tagesgeldaktionen, bei denen ein bestimmter Zinssatz für einen definierten Zeitraum von einer Bank zugesagt ist, sind von dem Zinsschritt ohnehin nicht betroffen. Gleiches gilt für bereits abgeschlossene Festgeldanlagen. Branchenkenner rechnen darüber hinaus damit, dass die Zinsen auch in Zukunft hoch bleiben werden. Grund für die optimistische Annahme ist die Suche vieler Banken nach Liquidität, die aufgrund der Finanzmarktkrise knapp geworden ist. Der traditionell intensive Wettbewerb auf dem deutschen Markt für Bankeinlagen wird zusätzlich zu weiterhin attraktiven Konditionen für Sparer führen.
Spitzenreiter bei Tagesgeldkonten ist gegenwärtig die Credit Europe Bank, die mit einem Zinssatz von 5,75 Prozent auf täglich fällige Einlagen noch vor der isländischen Kaupthing Edge steht. Der Aufschlag, den Anleger für Tagesgeldanlagen gegenüber sicheren Staatsanleihen erhalten, ist gegenwärtig außerordentlich hoch. Die Finanzmarktkrise kommt den Sparern dabei zugute. Ein weiterer signifikanter Anstieg der Zinsen im Privatkundengeschäft wird allerdings nicht erwartet, wer sich die derzeitigen Zinsen lange sichern möchte, ist mit Festgeld deshalb besser beraten: Hier lassen sich – wie bei einem Konto der benannten Kaupthing Edge – mehr als sechs Prozent für Anlagen mit einer Laufzeit von 12 Monaten erwirtschaften.
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