Tagesgeldzinsen fallen auf breiter Front
Die Zinsen für täglich fällige Einlagen fallen auf breiter Front. Die Banken reagieren damit offensichtlich auf die jüngste Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank und passen ihre Konditionen den veränderten Refinanzierungsbedingungen an. Nach dem die 1822direct Bank, eine 100prozentige Tochter der Frankfurter Sparkasse, die Zinssätze auf dem Tagesgeldkonto von 5,00 auf 4,5 Prozent herabsetzte, reagierte mit der Norisbank nun eine weitere stark im Tagesgeldsegment vertretene Bank und senkte den Zinssatz auf dem Top-3-Zinskonto von 4,5 auf 4,1 Prozent.
Experten rechnen mit weiteren Rückgängen des Zinssatzes in den nächsten Monaten. Zum einen besteht die Gefahr eines weiteren Zinsschrittes durch die Europäische Zentralbank, die sich angesichts der zunehmenden Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung einem wachsenden Handlungsdruck ausgesetzt sieht. Zum anderen tendieren auch die Notenbanken der anderen großen Währungsräume zu einer Lockerung der Geldpolitik.
Wer nicht auf die kurzfristige Verfügbarkeit seines Geldes angewiesen ist, sollte die noch bestehenden guten Konditionen nutzen und längerfristige Festgeldanlagen tätigen, bei denen der Zinssatz über die gesamte Laufzeit hinweg garantiert ist. In diesem Segment lassen sich gegenwärtig noch Zinssätze von deutlich mehr als fünf Prozent im Jahr erwirtschaften, so dass für den gesamten kommenden Konjunkturabschwung eine profitable Anlage der gesamten Mittel gewährleistet ist.
Die Umschichtung in Festgelder ist auch in steuerlicher Hinsicht von Vorteil: Ab dem kommenden Jahr gilt die Abgeltungsteuer, die sämtliche Zinserträge mit einem Satz von 25 Prozent veranlagt und direkt auf Ebene der Bank einbehalten wird. Für die meisten Sparer ist die neue Steuer bei Zinserträgen günstiger als die bisherige Regelung, so dass Zinsgutschriften, die nach dem kommenden Jahreswechsel erfolgen, zu einem höheren Nettoertrag führen.
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