Gas wird billiger, Strom teurer
Verbraucher können nicht auf eine baldige Entlastung durch sinkende Energiepreise hoffen. Zwar werden die Kosten für Gas im kommenden Jahr leicht nachgeben, weil der Preis für Rohöl zuletzt deutlich gefallen ist. Strom aber wird erneut deutlich teurer.
Zum Jahreswechsel werden nach Angaben des Verbraucherportals Verivox 354 Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 8,5 Prozent erhöhen. Ein durchschnittlicher Haushalt, der pro Jahr 4000 Kilowattstunden Strom verbraucht, muss dadurch mit einer zusätzlichen Belastung in Höhe von 74 Euro rechnen. Die Gesamtbelastung durch die Preiserhöhungen werden die Haushalte mit einer Milliarde Euro treffen. Verivox sieht in Deutschland ein erhebliches Einsparpotenzial im Energiemarkt. Die Experten rechnen vor, dass alle Haushalte gemeinsam 10 Mrd. Euro im Jahr sparen könnten, wenn ausschließlich der günstigste zur Verfügung stehende Tarif gewählt werden würde. Die Bereitschaft zum Anbieter-Wechsel ist allerdings noch immer gering.
Die Gaspreise indes werden bei vielen Versorgern um durchschnittlich 4,8 Prozent gesenkt. Experten betrachten diesen Schritt als unzureichend und sehen Potenzial für Entlastungen der Haushalte um bis zu 30 Prozent. Der Gaspreis ist an den Preis für Rohöl gekoppelt, der seit seinem Hoch im Sommer rund 60 Prozent nachgegeben hat. In der Summe werden Verbraucher im Jahr 2009 mehr für Strom und Gas zahlen müssen als in diesem Jahr, auch wenn der Kostenanstieg deutlich moderater ausfällt als zuletzt.
Besonders negativ fällt der Stromriese EON auf. Alle Töchter des Unternehmens erhöhen ab dem kommenden Februar die Preise für Strom deutlich um teils fast 10 Prozent. Der Konzern begründet den Schritt mit dem “allgemeinen Tariftrend”.
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