Norisbank senkt Zinsen – nicht für Kredite
Die Norisbank hat die Zinsen auf ihrem Tagesgelkonto mit sofortiger Wirkung von 3,0 auf nur noch 2,6 Prozent gesenkt. Die Tochter des Branchenprimus Deutsche Bank vollzieht damit abermals einen für Sparer wenig erfreulichen Schritt und verschlechtert die Konditionen. Das Versprechen der Norisbank, dass der Zinssatz auf dem Top-3-Zinskonto stets zu den drei besten aller deutschen Banken mit Tagesgeldangebot gehören werde, erweist sich zunehmend als Flop: Die Bemessungsgrundlage ist schlicht zu schmal, so dass die Konditionen für die Kunden im Vergleich zu vielen Konkurrenten mager ausfallen.
Das Konto ist jedoch weiterhin kostenlos bei Eröffnung und Führung und auch ansonsten hat sich nichts geändert. Vor Kurzem war bereits der Zinssatz für das Norisbank-Festgeld reduziert worden. Einlagen mit einer Laufzeit von 12 Monaten – andere Zeiträume stehen bei der Norisbank nicht zur Wahl – werden mit 1,75 Prozent unterdurchschnittlich verzinst.
Unverändert allerdings sind die Zinsen für Kredite geblieben. Die günstigsten Darlehen der Festpreis-Aktion kosten auch weiterhin 4,9 Prozent, die teuersten 9,9 Prozent. Die Norisbank agiert damit exemplarisch für viele Banken: Während die Zinsen im Einlagengeschäft schnell und deutlich sinken, werden Kredit-Kunden kaum entlastet. Dieses Vorgehen wurde bereits von mehreren großen Tageszeitungen im Detail recherchiert und Verbraucherschützer werfen den Banken seit langem vor, Zinssenkungen der Zentralbank nicht an ihre Kunden weiterzureichen. Die starre Haltung ist dabei nicht nur ungünstig für Kunden. Auch die Gesamtwirtschaft leidet, wenn geldpolitische Impulse nicht zur Stimulierung der Nachfrage, sondern zur Ausweitung der Banken-Margen genutzt werden.
Zum Tagesgeldkonto der Norisbank
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